Das Grubenunglück von 1917 auf Grube Anna

Am 29. November 1917 kam es auf der Grube Anna I zu einer folgenschweren Explosion, die zahlreiche Todesopfer und Verletzte forderte und viele Familien ins Unglück stürzte.

Die Quellenlage zum Unglück ist recht dünn. Neben den tagesaktuellen Zeitungsberichten gibt es kaum Berichte in der Literatur, selbst diese berufen sich – wie wir später sehen werden – weitgehend auf die Presse des November/Dezember des Jahres 1917. Dennoch geben uns die Zeitungsberichte einen Eindruck über die Ereignisse, die Folgen und die weitreichende Anteilnahme, die diese Katastrophe auslöste. Leider fehlen bislang Bildquellen, selbst eingehende Recherchen in den Bildarchiven des Geschichtsverein, des Bergbaumuseumsvereins und anderen Quellen förderten bislang keine Fotografien zu Tage, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass diese nicht in irgendwelchen Sammlungsbeständen vorhanden sein könnten.

Da die zeitgenössische Zeitungsberichte uns ein deutliches Bild der Stimmung und Betroffenheit wiedergeben, möchten wir diese Ihnen im Original präsentieren. Hauptquellen bilden dabei zwei Aachener Tageszeitungen, das Echo der Gegenwart und das politische Tageblatt, die z.T. in ihren Mittags- und Abendausgaben über das Ereignis berichten.

Bereits am Tag nach dem Unglück berichtet das „Echo der Gegenwart“ über das Grubenunglück und benennt auch schon Ursache und Umfang der Katastrophe:

Grubenunglück in Alsdorf          

Alsdorf, 29.November. Heute entstand in der hiesigen Grube durch die Explosion eines Benzinmotors im Hauptförderschacht ein Brand, der lokalisiert werden konnte. Eine Anzahl Bergleute sind verunglückt, darunter auch solche tödlich.

Auch das „Politische Tageblatt“ schreibt am Samstag, dem 1.12. über die Geschehnisse:

Alsdorf, 30. Nov.  Auf der Grube Anna 1 brach gestern Mittag, von einer Benzol-Lokomotive ausgehend, ein Grubenbrand aus. Bis jetzt sind 8 Tote geborgen. Der Brand ist lokalisiert.

Die gleiche Tageszeitung macht in einem kurzen Beitrag wenig Hoffnung über den Verbleib der noch vermissten Bergleute:

Alsdorf, 1. Dez.  Das Grubenunglück auf Grube Anna 1 hat mehr Menschenleben gefordert, als anfangs angenommen wurde. Bis heute Vormittag waren 27 Leichen geborgen und 31 Bergleute werden noch vermisst. Die Bergungsarbeiten werden mit größter Energie fortgesetzt, doch besteht wenig Hoffnung auf Rettung der Eingeschlossenen.

Den ersten ausführlicheren Bericht über die Geschehnisse untertage liefert das „Echo der Gegenwart“ in seiner Samstagsausgabe. Hierin erfahren wir erste Details über die Explosion aber auch über das Leid der Menschen über Tage:

Das Grubenunglück in Alsdorf

Zu der folgenschweren Katastrophe auf Grube A n n a wird uns geschrieben: Das Unglück zeigt wieder recht klar, mit welchen Gefahren der Bergmann zu kämpfen hat. Das Unglück begann in der Mittagsstunde.Durch Explosion eines Benzinmotorbehälters in der Hauptförderstrecke, etwa 800 Meter vom Schacht entfernt, geriet der Holzausbau in Brand.Die Rauchschwaden drangen allmählich in die südlichen Reviere. Am meisten gefährdet war das Revier 8, dessen Steiger mit ein Opfer der Katastrophe geworden ist. Die Lage des Reviers war deshalb besonders gefährlich, weil es in gerader Verbindung mit der Hauptförderstrecke steht.

Schon schnell drangen die Schwaden dann auch durch den zweiten südlichen Querschlag bis in die weit entlegentsten Reviere 13 und 14, während das Revier 15 verschont blieb. Die Arbeiter dieses Reviers sowie ein Teil des Reviers 11 rettete sich nach Grube Maria.Als die Rauchschwaden sich gegen 1 Uhr immer mehr bemerkbar machten, rettete sich ein großer Teil der Belegschaft durch die Wettersohle.

Von Revier 13 mußte  ein kleiner Teil der Belegschaft durch Revier 11. Hier brachen schon viele Arbeiter zusammen, die später größten Teils gerettet wurden. Aus einigen Revieren rettete sich die Belegschaft nach Wilhelmschacht.

Sofort wurde von der Belegschaft selbst versucht, einen Teil der zurückgebliebenen Kameraden zu retten. Arbeiter, die selbst nur mühsam noch vorwärts konnten, versuchten noch ihre von den Wirkungen der Schwaden zusammengebrochenen Kameraden mitzuschleppen. Das Unglück hat deshalb Opfer gefordert, weil wegen Verbrennung der Drähte die Telephonleitung versagte. Deshalb konnten die Arbeiter nicht rechtzeitig informiert werden.

Gegen 4 Uhr kamen die Rettungsmannschaften der Nachbargruben mit den Apparaten. Es konnte dann mit der Bergung der Zurückgebliebenen begonnen werden. Wie bei allen Katastrophen verbreitete sich die Kunde von dem Unglück schnell.

Nach kurzer Zeit war der Eingang der Grube umdrängt von Frauen, Kindern, Müttern und Vätern, die um das Schicksal ihrer Lieben bangten, die morgens nichts ahnend von Hause weggegangen waren. Die Nachtschicht ist zum Teil eingefahren, inzwischen die Unfallstelle abgedämmt, so dass die Bergung der Toten bald aufgenommen werden konnte. Dieses Unglück, das eine Anzahl Menschenleben gefordert hat, dürfte die Frage des Ausbaus der Hauptstrecken in Eisen wieder brennend machen. 

Wie Wolffbureau meldet, (eine Nachrichtenagentur)  sind bis Samstag morgen  27 Bergleute tot festgestellt worden. 31 Bergleute werden noch vermisst.

Die Morgenausgabe des „Echos“ von Montag, dem 3. Dezember, berichtet ausführlich über weitere Ereignisse.

Alsdorf, 3. Dezember.   Zu unserem Bericht vom Samstagabend über den Hergang des Unglückshaben wir noch Einzelheiten über die Rettungsarbeiten nachzutragen, bei denen sich besonders mehrere Steiger hervortaten, von denen denn auch Steiger …….. B u d i n s  seinem Heldenmut sein Leben geopfert hat. 

Das muss wohl Bultkins heißen; siehe Liste Veronika Leisten.

Auch die Steiger G i b b e l s und M e n g e l  eilten mit einigen ihrer Leute wieder zurück in die todbringenden Rauchschwaden und konnten so noch manches teure Leben retten. Der gleiche Erfolg war auch dem Betriebsführer B ü c k e n  und Steiger H e i d e m a n n  beschieden.

Durch seine Geistesgegenwart zeichnete sich der Oberhauer F r i n g s  aus; denn er führte eine Änderung in der Wetterführung herbei, wodurch die Brandgase langsam abziehen konnten und er alarmierte auch die Rettungsmannschaft auf Grube Maria.

Gewiß sind noch viele ungenannte tapfere Bergleute bei den Bergungsarbeiten ohne Rücksicht auf ihre eigene Sicherheit vorgegangen.

Bleiben sie auch der Öffentlichkeit unbekannt, so kann ihnen doch das hohe persönliche Verdienst niemand nehmen, dass sie ihr bestes eingesetzt haben, um ihren Kameraden zu helfen.  Gleich wie unsere Soldaten draußen Schulter an Schulter im bitteren Ringen zusammenstehen und wenn es sein muß, auch zusammen sterben.

Bemerkt sei noch, dass eine Frau ihren Mann und zwei Söhne bei dem Unglück verloren hat. (in der Liste von Veronika Leisten gibt es zweimal Kohl 54 und 18 Jahre)

Das politische Tageblatt nennt uns in der Mittagsausgabe am 3. Dezember das Datum der  bevorstehenden Beisetzung. Besonders hervorzuheben ist die Anteilnahme der Vereinigten Hüttenwerke Burbach-Eich-Düdelingen aus Luxemburg (ARBED). 1913 schloss der EBV mit der ARBED einen Abnahmevertrag über Koks und war damit einer der größten Kokslieferanten für die ARBED, was auch die Teilnahme der ARBED an der Besetzung am 4.12.1917 erklärt.

Alsdorf, 3. Dez.  Die Leichen der bei dem Grubenbrand ums Leben gekommenen 58 Bergleute sind jetzt geborgen. Zu dem gemeinsamen Begräbnisse morgen Nachmittag werden auch die vereinigten Hüttenwerke Burbach-Eich-Düdelingen, die außer den bereits Genannten ebenfalls ihre warme Anteilnahme an dem schweren Unglück bekundet haben, eine Abordnung entsenden.

In der Abendausgabe berichtet das „Tageblatt“ noch einmal ausführlicher über die bevorstehende Beisetzung.

Zum Grubenunglück in Alsdorf

Der Eschweiler Bergwerks-Verein bringt folgendes durch Anschlag zur Kenntnis der Belegschaft: Herr Berghauptmann K r ü m m e r   und Herr Geheimrat K ö r v e r   vom königlichen Oberbergamt in Bonn haben sich am Freitag, dem 30. November, auf der Grube Anna durch den königlichen Revierbeamten, Herrn Geheimen Bergrat Lu d o v i c,  Vortrag halten lassen über den Hergang des Grubenbrandes und seinen verhängnisvollen Folgen, das 58 Bergleuten das Leben gekostet hat. Die Herren haben uns beauftragt, den Angehörigen der Verunglückten und der Belegschaft, deren herzliche Anteilnahmen zu versichern.

Vom Herren Regierungspräsidenten zu Aachen ist uns folgendes Schreiben zugegangen:

Aachen, den 1.Dezember 1917, Zu dem schweren Grubenunglück, das so vielen braven Bergleuten am 29. vorigen Monats in Alsdorf das Leben gekostet hat, spreche ich den Angehörigen der Verunglückten, der Belegschaft und dem Vorstand des Eschweiler Bergwerks-Vereins mein herzliches Beileid aus. Wie Soldaten an der Front, so sind auch die Bergleute für das Vaterland gefallen. Ich bitte mein Beileid auch zur Kenntnis  der Angehörigen und der Belegschaft zu bringen. Durch eine unaufschiebbare Dienstreise am persönlichen Erscheinen verhindert, werde ich meinen Stellvertreter zur Beerdigung entsenden.

Der Regierungspräsident gezeichnet v o n   Da l w i c k.                             

Beileidskundgebungen sind eingegangen: vom Aufsichtsrat des Eschweiler Bergwerksverein, von der Generaldirektion Burbach-Eich-Düdelingen, von der Burbacher Hütte, vom Oberbergamt, vom Regierungspräsidenten und vom Landrat.

Die Beerdigung ist morgen (Dienstag) 3 ½ Uhr in Alsdorf

Am gleichen Tag der Beerdigung berichtet das „Tageblatt“ in der Abendausgabe des 4. Dezember.

Alsdorf, 4. Dez.   Unter außerordentlich starker Anteilnahme wurden heute Nachmittag hier die meisten der Opfer des Grubenbrandes in feierlicher Weise beerdigt. Tausende hatten sich dazu eingefunden; als Vertreter des Regierungspräsidenten nahm Regierungsrat  T i d i k   an den Beisetzungsfeierlichkeiten teil, als Vertreter des Erzbischofs Kardinals v o n   Ha r t m a n n  war ein Domkapitular aus Köln erschienen; ferner nahmen teil: Landrat v o n   P a s t o r, Oberbergrat   K r ü m m e r  und Geheimer Bergrat K ö r v e r  vom königlichen Oberbergamte zu Bonn und Vertreter anderer Behörden.

Auch die Vereinigten Hüttenwerke Burbach-Eich-Düdelingen, Saarbrücken, hatten Vertreter und die Nachbargruben Abordnungen entsandt.

In der Halle der Grube Anna waren die Leichen aufgebahrt. Hier hatten sich auch die Angehörigen der Verunglückten eingefunden.

Die Bergwerkskapelle des Eschweiler Bergwerks-Vereins spielte Trauerweisen und der Alsdorfer Männerchor, dem zahlreiche Bergleute angehören, trug ergreifende Trauerchöre vor.

 Ansprachen hielten das Vorstandsmitglied des Eschweiler Bergwerks-Vereins Bergrat L o s c h,   Dechant B r a n d   aus Eschweiler, Pfarrer B u n g a r t z   aus Merkstein (dieser in polnischer Sprache für die anwesenden Russen) und der evangelische Pfarrer B a m m e l   aus Vorweiden.

Auf dem hiesigen Friedhofe wurden dann 16 Alsdorfer und Kellersberger und 17 Russen in einem Massengrabe beigesetzt; ein Jude auf dem israelitischen Friedhofe.

Die übrigen 24 Verunglückten wurden in ihren benachbarten Heimatgemeinden Baesweiler, Schaufenberg, Siersdorf, Setterich usw. beerdigt.

Dies ist die Schilderung des Beerdigungstages in knappen Worten. Im Gegensatz dazu berichtet das  „Echo der Gegenwart“ in der Mittagsausgabe am 5. Dezember auf einer ganzen Seite ausführlich und oftmals  pathetisch, vor allem wenn die Ansprachen teilweise wortwörtlich wiedergegeben werden. Die Schilderungen der Situationen sind jedoch derart bildhaft, dass man auf Grund dieser Beschreibungen quasi ein Foto vor Augen hat. Daher hier auszugsweise einige Stellen aus dem langen Bericht.

[…] Schon lange vor Beginn der auf halb 4 Uhr angesetzten Trauerfeier pilgerten Leidtragende und Schaulustige zu Hunderten die Landstrasse auf Alsdorf zu nach dem Gebäude des Eschweiler Bergwerks-Vereins, wo die vielen Toten zur letzten Ruhe aufgebettet waren. Dicht gedrängt stand die Menge am Weg, den der Leichenzug passieren sollte.

Nur diejenigen, die sich ausweisen können, werden in die große Halle eingelassen, wo in Reih und Glied die Särge stehen  […] Mit Tannengrün sind die Wände geschmückt; auf Schildern lesen wir die Wohnorte der stillen Schläfer. Ein einfaches weißes Blatt auf jedem Sarg nennt den Namen des Toten. Zu eines jeden Füßen liegt ein Kranz des Eschweiler Bergwerks-Vereins, zu Häupten steht das schlichte schwarze Kreuz und zwischen den Tannen leuchtet die schwarz verschleierte Bergmannslampe von der Wand. Über den einzelnen Abteilungen steht der schlichte Spruch:

>>Ruhe und Frieden den Gefallenen auf dem Felde der Arbeit<<

>> Ruhet ferne Eurer Heimat, gefallen auf dem Felde der Arbeit<< lautet der Spruch über dem Eingang zu der kleinen Nebenhalle, wo Russen und Belgier aufgebahrt liegen, ihren Särgen ist der gleiche Schmuck zugeteilt.   […]  Gegen halb 4 Uhr begann die Trauerfeier, die mit den feierlichen gedämpft aus dem Nebenraum herüber klingenden Trauerweisen der Bergkapelle eröffnet wurde. Als erster ergriff Herr Bergrat Losch das Wort  […]

Es folgen nun die bereits geschilderten Ansprachen, die jedoch fast wörtlich wiedergegeben werden.

[…] Ein aus Alsdorfer Bürgern zusammengesetzter Gesangverein widmete den Dahingeschiedenen das ergreifende „Ruhe sanft“ als letzten Gruß. Und nun wurden alle Särge hinausgetragen, zuerst die der Gefangenen, dann die der anderen Verunglückten.

Zu vier und vier trugen die Bergleute ihre Kameraden hinaus zur letzten Fahrt, der fünfte dahinter mit dem schlichten schwarzen Kreuz und dem Kranz. Und ging von neuem ein Weinen und Jammern an unter den Hinterbliebenen […]

[…] Auf sechs große  Wagen sind die Särge aufgeladen, die in Alsdorf der Kühlen Erde anvertraut werden sollen. Nun setzt sich der traurige Zug in Bewegung.

Voran die Schulkinder, dann die Musik, die Abordnungen der Nachbargruben, Abordnung der Grube Anna 1, die Männerkongregation mit Fahne, der Alsdorfer Kriegerverein, der Gesangverein, die Geistlichkeit, dann die Leichenwagen, dahinter die Angehörigen der Verunglückten, die Ehrengäste und Behörden, Beamte des Eschweiler Bergwerks-Verein, die Belegschaft des Eschweiler Bergwerks-Vereins und sonstige Leidtragende.

Ein riesenhafter Leichenzug zieht seine Bahn entlang den schneebedeckten Feldern.

In der großen Halle sind nur noch die Leichen aus den Nachbarorten zurückgeblieben, die die Angehörigen mitnehmen auf den heimatlichen Friedhof. Still tragen sie ihre Särge hinaus auf die Leichenwagen oder sonstigen Gefährte.

In der Literatur der Folgejahre findet das Grubenunglück nur eine eher verhaltene Resonanz. Auch im Jahresbericht des deutschen Bergbaus aus dem Jahr 1918 ist das Grubenunglück nur indirekt erwähnt. Einem Hinweis auf einen späteren ausführlicheren Bericht scheint kein solcher in den Jahresberichten gefolgt zu sein. Die Gründe sind bislang unklar.

1938 kommt das Unglück noch einmal in den Fokus. In seinem Werk „Der Eschweiler Bergwerks-Verein und seine Vorgeschichte“ widmet Oskar Stegemann dem Unglück einen kurzen Abschnitt, wobei er sich weitgehend auf die zur Verfügung stehenden Zeitungsquellen von 1917 beruft.

Während das Grubenunglück von 1930 in Schaetzkes allseitig bekanntem Buch „Vor Ort“ einen großen Anteil einnimmt, so greift auch er ältere Zeitungsberichte auf und räumt diesem Unglück einen vergleichsweise geringen Raum ein. Dies mag kein Ausdruck einer gewissen Geringschätzung des Unglücks gewesen sein, sondern dürfte in der eher dünnen Quellenlage seine Ursachen haben. Auch Schaetzke lagen z.B. keine Bildquellen vor.

 

Das Ehrenmal auf dem Nordfriedhof ist nicht die Stelle der ursprünglichen Beisetzung der in den Quellen genannten 33 Bergleute. Der Friedhof wurde erst 1930 angelegt. Die Beisetzung der Toten fand auf dem alten Friedhof in der Innenstadt statt. (heutiger Südpark am Denkmalplatz). Ob im Rahmen der Auflösung des Friedhofs und der Umgestaltung des Denkmalplatzes Ende der 1950er Jahre die Gebeine umgebettet wurden oder nur der Gedenkstein versetzt wurde, konnte noch nicht ermittelt werden. Auffällig ist jedoch, dass in den Zeitungsberichten von 33 Bergleuten, die in einem Massengrab bestattet wurden, die Rede ist, der Gedenkstein nur 30 Bergleute erwähnt.

Foto: Karl-Peter Schröder

Auch die Namen sind spätestens nach der Umbettung verloren gegangen. Mittlerweile lassen sich die persönlichen Daten der Verstorbenen rekonstruieren, so dass wir hier und heute den Verstorbenen ihre Identität zurückgeben können.

Foto: Karl-Peter Schröder

Die tödlich verunglückten Bergleute vom 29.11.1917

Ganit Achtmajow Kasan (Russland) 29 Jahre
Dimitri Babkin Kursk (Russland) 34 Jahre
Johann Hubert Beckers Siersdorf 46 Jahre
Georg Bell Alsdorf 33 Jahre
Moisei Berlowitsch Kownko (Russland) 24 Jahre
Hubert Bontenbroich Kellersberg 14 Jahre
Wilhelm Josef Breuer Floverich 29 Jahre
Jakob Brodesser Höngen 15 Jahre
Rudolf Bultkins Wilhelmschacht 37 Jahre
Iwan Chnitschkin Kalnga (Russland) 25 Jahre
Andreas Arnold Decker Schaufenberg 24 Jahre
Milowad Dsukitsch Tzerwa (Serbien) 34 Jahre
Hubert Esser Kellersberg 43 Jahre
Peter Josef Flüggen Alsdorf 50 Jahre
Milan Goikowitsch Treltscha (Serbien) 29 Jahre
Thomas Govekar Kellersberg 55 Jahre
Fjodor Gratschow Büturdina (Russland) 36 Jahre
Safranow Grigori Nowatjechtganky (Russland) 39 Jahre
Makei Gutkow Kursk (Russland) 34 Jahre
Jakob Hackhausen Würselen 37 Jahre
Kaspar Hahnraths Alsdorf 31 Jahre
Arthur Haine Alsdorf 49 Jahre
Jakob Hall Siersdorf 45 Jahre
Anton Hilgers Kellersberg 24 Jahre
Leonhard Hubert Jansen Kirchrath 41 Jahre
Alexei Jegotow Witebsk (Russland) 32 Jahre
August Kamradt Alsdorf 39 Jahre
Gustav Klinger Kellersberg 40 Jahre
Martin Kohl Schaufenberg 18 Jahre
Ferdinand Kohl Alsdorf 54 Jahre
Johann Wilhelm Königs Beggendorf 31 Jahre
Franz Körfer Bardenberg 36 Jahre
Alex Iwanow Kowalenko Petrowo (Russland)
Peter Josef Küsters Kohlberg 34 Jahre
Wilhelm Lenzen Schaufenberg 40 Jahre
Philipp Lesmeister Schaufenberg 24 Jahre
Popow Maxim Russland 33 Jahre
Magut Mickirtytschik Russland 27 Jahre
Leonhard Nolden Ederen 35 Jahre
Franz Wilhelm Nüsser Alsdorf 58 Jahre
Christian Offergeld Baesweiler 47 Jahre
Johann Pletz Oidtweiler 47 Jahre
Andreas Ruland Alsdorf 32 Jahre
Hubert Schaffrath Kellersberg 39 Jahre
Wilhelm Schlossmacher Siersdorf 37 Jahre
Hubert Scholtes Kirchrath 30 Jahre
Franz Schürkens Siesdorf 45 Jahre
Iwano Sieltschinkon Janeliki (Russland) 26 Jahre
Hubert Sieprath Baesweiler 47 Jahre
Friedrich Stritzel Höngen 37 Jahre
Wilhelm Taufenbach Alsdorf 45 Jahre
Franz Trostorf Fronhoven 31 Jahre
Pawel Tschudajow Russland 24 Jahre
Gustav Vahrenholt Kellersberg 27 Jahre
Wassili Wanin Russland 36 Jahre
Mathias Josef Winkens Kohlscheid 31 Jahre
Timoti Wakruschew unbekannt 29 Jahre
Josef Zimmermann Höngen 30 Jahre
Wilhelm Zimmermann Baesweiler 41 Jahre

Glückauf

Text und Recherche: Franz-Josef Müller. Karl-Peter Schröder, Dr. Georg Kehren